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Projekte Laubfrosch | Artenhilfsprojekt Laubfrosch im Landkreis Celle

"Ein König sucht sein Reich"

Artenhilfsprojekt Laubfrosch im Landkreis Celle

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Schaut etwas zuversichtlicher in die Zukunft, der Laubfrosch im Landkreis Celle

Laubfrosch - Projekte im Landkreis Celle

Von Christa und Hans-Joachim Clausnitzer

Im Landkreis Celle gab es ursprünglich an verschiedenen Stellen Laubfrösche, besonders im Bereich der Allerniederung. Aber auch in der Südheide im Tal der Lutter existierten 1950 noch Laubfrösche. Alle Vorkommen mit Ausnahme einer winzigen Restpopulation im Bereich der Aller waren ab 1970 erloschen.

 

1. Wiederansiedlung in der Südheide
1979 erfolgte in unmittelbarer Nähe eines alten Fundortes in der Südheide eine Wiederansiedlung an einem 10 ha großen ehemaligen Fischteich. Im Umkreis von 25 km riefen mit Sicherheit keine Laubfrösche mehr.

Für die Ansiedlung kam zuerst der Laich in kleine Kunststoffaquarien, während der weiteren Larvalentwicklung standen größere Aquarien zur Verfügung. Das Aussetzen der Kaulquappen erfolgte bereits kurz vor dem Erscheinen der Hinterbeine bei einer Länge von ca. 20 mm. Es wurden also Larven und nicht die metamorphosierten Jungfrösche im Gebiet angesiedelt. Nach einem Vorversuch 1979 kam es über drei Jahre (1980 bis 1982) zum Aussetzen von Larven in größerer Anzahl.

Populationsentwicklung
Die Laubfroschpopulation entwickelte sich anschließend ohne weitere Aussetzungen. Anfangs stieg die Anzahl rufender Männchen im Ansiedlungsgewässer, recht bald riefen Tiere auch entfernt vom Aussetzungsort; sie hatten neue Habitate erreicht.

In den folgenden Jahren erweiterten die Laubfrösche den von ihnen besiedelten Lebensraum, was besonders durch die Maßnahmen des Naturschutzes im Bereich der Lutter begünstigt wurde. Die Tiere waren recht wanderfreudig und überwanden auch größere Distanzen. Dabei wurden offensichtlich Gräben und Hecken als Leitlinien für die Wanderung bevorzugt, Fichtenwälder dagegen weitgehend gemieden. Ausgehend von dem 10 ha großen Ansiedlungsgebiet haben die Frösche inzwischen eine Fläche von ca. 11.400 ha besiedelt. Neue Gewässer besetzten die Laubfrösche sehr schnell, verließen aber ungeeignete ebenfalls wieder schnell.

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Rufgewässer sind nicht unbedingt Fortpflanzungsgewässer

Es zeigte sich, dass ein Rufgewässer nicht unbedingt ein Reproduktionsgewässer sein muss. Nur eine Kontrolle der rufenden Männchen reichte also nicht aus, es musste auch der Reproduktionserfolg überprüft werden. Die Laubfrösche besiedelten viele Gewässer nicht permanent. Solche verlassenen Biotope können aber nach einigen Jahren wieder neu besiedelt werden. Dies Phänomen trat in 48% aller 70 Rufgewässer auf. Es zeigt die Rekolonisationsfähigkeit der Art. So waren also nicht alle Fundorte nach dem ersten Auftreten von Laubfröschen ohne Unterbrechung besetzt. Diese wiederangesiedelte Population ist nun als Metapopulation organisiert mit größeren Reproduktionsgewässern und einer Vielzahl von Nebengewässern, in denen es zu Aussterbe- und Wiederbesiedlungsereignissen kommt.

Habitate
Eine langfristig positive Vermehrung erfolgte nur an vollsonnigen, vegetationsarmen bis vegetationsreichen Gewässern, die zumindest in niederschlagsarmen Jahren auch mal austrocknen. Nach dem Austrocknen eines Gewässers kam es bei wieder günstigen Wasserstandsverhältnissen zu einem großen Reproduktionserfolg. Die Ursache dafür lag sicher in dem durch das Trockenfallen verminderten Feinddruck für die Larven. Gute Laubfroschgewässer sollten immer wieder einmal austrocknen, da die Art eine dynamische Landschaft mit wechselnden Wasserständen benötigt.

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Laubfrosch im Sommerlebensraum

Die bevorzugten Sommerlebensräume für die Tiere waren voll besonnt und besaßen eine Hecken- oder Waldrandstruktur. Dabei waren besonders südlich orientierte Waldränder mit vorgelagerten Hecken wichtig. In solchen Bereichen konnten Laubfrösche auf Eichen in 18 Meter Höhe nachgewiesen werden. Die Tiere bevorzugten eindeutig Laubbäume und Sträucher, besonders solche mit größeren und festen Blättern wie Eichen, Erlen und breitblättrigen Weiden, nur sehr selten gelangen Nachweise auf Kiefern. Aber auch Hochstaudenfluren mit Doldenblütlern und Brombeergebüschen wurden gut besiedelt.

Probleme
Als ein besonderes Problem erwies sich im Gebiet das Auftreten von Fischen in Laubfroschgewässern. In guten Rufgewässern verschwanden die Frösche nach einem Fischbesatz innerhalb von drei Jahren. Der Fischbesatz dürfte hauptsächlich von Menschen verursacht sein und stellte für den Laubfrosch ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar, dass in vielen Fällen zum Verschwinden der Art beigetragen hatte. Eigentümer von Gewässern, die anfangs ihre Teiche fischfrei hielten, setzten nach einigen Jahren doch Karpfen und Schleien ein, mit dem Ergebnis, dass die Laubfrösche verschwanden.

Aber auch durch natürliche Einwanderung bei Hochwasser gelangten Fische in die Laichhabitate der Laubfrösche. Hier half nur die Anlage flacher Gewässer, die ein Überleben für die Fische nicht ermöglichen. In einem Fall wurde mit einem Bagger die zu große Wassertiefe verringert, um ein Austrocknen zu ermöglichen. Die Laubfrösche besiedelten recht schnell neu gebaute oder umgebaute Gewässer mit wechselnden Wasserständen und reproduzierten hier erfolgreich. Verluste durch zu frühes Austrocknen wurden durch hohe Reproduktion in feuchten Jahren kompensiert.

 

2. Schutzmaßnahmen südlich der Aller
Im Landkreis Celle gelang 1990 überraschend südlich der Aller der Nachweis einer sehr kleinen Restpopulation in einem feuchten Wiesengebiet. Nach dem Fund hatte hier die Untere Naturschutzbehörde vom Landkreis Celle sehr schnell und gut reagiert. Ab 1991 baute sie im Verlauf mehrerer Jahre insgesamt 12 Gewässer, von denen 10 fast regelmäßig und 2 nur in sehr niederschlagsarmen Jahren austrockneten. Die Pflege des Gebietes übernahm ebenfalls die Naturschutzbehörde. Eine extensive Bewirtschaftung verhinderte das Zuwachsen der Tümpel mit Bäumen oder Sträuchern, so dass der Wiesencharakter erhalten blieb. Die Frösche nahmen diese neuen Gewässer sofort an und der Bestand erholte sich recht schnell. Da die angelegten Gewässer unterschiedlich tief sind, gibt es je nach Wasserstand immer einige, in denen die Tiere erfolgreich reproduzieren können. Es ist vorteilhafter, einen Komplex von mehreren verschiedenen Gewässern anzulegen, als nur einen Laichhabitat zu gestalten.

Die weitere Umgebung wird allerdings landwirtschaftlich intensiv genutzt und bei den dort noch vorhandenen Gewässern handelt es sich ausschließlich um stark mit Fischen besetzten Hobbyfischteichen. So konnte sich diese Population bisher nicht über den ca. 50 ha großen durch Naturschutzmaßnahmen gepflegten Wiesen- und Tümpelbereich ausdehnen. Hier zeigt sich deutlich, dass weite Teile der Agrarlandschaft heute für den Laubfrosch nicht mehr besiedelbar sind, durch geeignete Maßnahmen aber können dennoch Populationen erhalten werden.

 

Ansprechpartner

Hans - Joachim Clausnitzer
NABU Celle
Tel: 05142 / 14 69
E-Mail: h.-j.clausnitzer(at)t-online.de

 

Linkliste

  • Art-Portrait Laubfrosch
  • Wiederansiedlung der Rotbauchunke an der Aller bei Celle
  • Gefährdung von Amphibien durch Fischbesatz
    NABU Celle

 

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