Projekte Ein König sucht sein Reich Gelbbauchunke | Artenhilfsprojekt Gelbbauchunke im Landkreis Schaumburg
"Ein König sucht sein Reich"
Artenhilfsprojekt Gelbbauchunke im Landkreis Schaumburg
Vor dem Aussterben bewahrt, die Gelbbauchunke im Landkreis Schaumburg
Das Schaumburger Gelbbauchunken - Projekt
Von Holger Buschmann und Bruno Scheel
Früher in ihrem Verbreitungsgebiet eine "Allerweltsart", ist die Gelbbauchunke heute überall eine Seltenheit. Fast wären ihre melancholischen Rufe auch in Schaumburg nicht mehr zu hören gewesen. Eine intensive Nachsuche ergab 1999 nur noch 34 geschlechtsreife Exemplare verteilt auf vier Populationen - Zeit zu Handeln. Seit dem Jahr 2000 kümmert sich der NABU Schaumburg nun um die letzten Vorkommen dieser interessanten Tiere. Mittlerweile wurde sogar im Fernsehen in der Sendung "Hallo Natur" über das Projekt berichtet.
Die Projektidee
Früher kam die Art vermutlich verbreitet im Wesertal und ihren angrenzenden Hängen sowie entlang des alten Hellweges bis in die Bördenregion vor. Eine intensive Nachsuche ergab 1999 nur noch 34 geschlechtsreife Exemplare verteilt auf vier Populationen.
Die Gelbbauchunke benötigt offene, dynamische Lebensräume mit einer hohen Strukturvielfalt. Natürlicherweise sind dies unverbaute Fluss- und Bachauen und durch das menschliche Wirken entstandene Sekundärhabitate wie Bodenabbaugebiete und Truppenübungsplätze. Natürliche Habitate sind seit langem zerstört und die intensivierte Form des Bodenabbaus bietet nur noch selten geeignete Lebensbedingungen. Nicht nur die Seltenheit der Gelbbauchunke selbst sondern auch die ihrer Lebensräume, die übrigens besonders artenreich sind, haben zu ihrer Auswahl als Ziel- und Leitart des Naturschutzes geführt. Sie steht damit für die gesamte Lebensgemeinschaft dieser Lebensräume. Unkenschutz ist also gleichzeitig der Schutz vieler weiterer seltener Tier-/ und Pflanzenarten!
Zusätzlich ist die Gelbbauchunke mit ihrer geringen Größe und ihrer farbigen Unterseite heute ein Sympathieträger, auch wenn die Rufe früher als Vorboten des Unheils verstanden wurden, da sie meist nach heftigen Regenfällen und Gewittern zu hören sind. Schutzbemühungen dürften nicht nur in der Bevölkerung sondern auch bei Abbauunternehmen auf Interesse stoßen, da sie sich in der Regel ohne Weiteres in das Abbaugeschehen integrieren lassen und die Möglichkeit geben, das angekratzte Image ein wenig aufzupolieren. Nicht zuletzt kann Unkenschutz sehr schnell zu Erfolgen führen, wenn die Maßnahmen sach- und fachgerecht ausgeführt werden.
Ansprechpartner
Dr. Holger Buschmann
NABU Niedersachsen
Alleestraße
3 Hannover
Tel: 0511 / 910 05 - 0
E-Mail: holger.buschmann(at)nabu-niedersachsen.de
Bruno Scheel
NABU Schaumburg
Escher Str. 1
31749 Auetal
Tel: 05752 / 10 37
E-Mail: brscheel(at)t-online.de
"Internationales Jahr der Biologischen Vielfalt"
Natur erleben in den Bückebergen
Naturerlebnispfad Liekwegen eröffnet
Gelbbauchunke
www.nabu-niedersachsen.de, 11.05.2010 - Im ehemaligen Steinbruch in Liekwegen (Landkreis Schaumburg) wurde ein Erlebnispfad mit diversen Mitmach-Stationen errichtet, der sich durch den Einsatz des Landkreises und des NABU-Kreisverbandes Schaumburg zu einem herausragenden Artenschutzprojekt entwickelt hat. Besucher können die Natur 'mit allen Sinnen erleben'.
Anlässlich der Eröffnung dieses Erlebnispfades hielt Landrat Schöttelndreier eine kurze Rückschau auf die Entstehungsgeschichte dieses Projektes. Die Erfolgsgeschichte für den Naturschutz begann ab dem Jahr 1999, als besonders geschützte Tierarten im Abbaugebiet festgestellt wurden. Diese Tiere verdankten ihre Existenz dem Abbau, da sie auf eine Mischung aus Rohbodenflächen, Gewässern, Sukzessionsflächen und offenen Flächen angewiesen sind. Ihr neuer Lebensraum wäre durch die anstehende Rekultivierung, das heißt die geplante Aufforstung der Flächen, unwiederbringlich zerstört worden. "Sprichwörtlich in letzter Minute" so Schöttelndreier, sei es dem Landkreis im Jahr 2003 mit Hilfe von EU-Geldern gelungen, eine 22 Hektar umfassende Fläche zu erwerben.
Mit der Einrichtung eines Naturerlebnispfades sollen die Bevölkerung und insbesondere auch Kinder über die Besonderheiten und die Bedeutung dieses Lebensraums informiert werden. Auch für gehbehinderte Personen besteht die Möglichkeit, Teile des Pfades zu besuchen und die Natur im Steinbruch kennen zu lernen. Hierzu werden an diversen Stationen die unterschiedlichen Lebensräume im Steinbruch anhand vorkommender Arten - von der Büschelnelke bis hin zum Baumpieper - vermittelt. Auch die vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke wird vorgestellt.
Mehr:








