Projekte Ein König sucht sein Reich | LIFE-Projekt AMPHIKULT
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Projekt LIFE-AMPHIKULT
Knoblauchkröte im Laichgewässer zusammen mit Kreuzkrötenkaulquappen
Beiträge:
- Markus Richter ist Projektmanager (02.03.2010)
- 300 Teiche für Niedersachsen LIFE-Projekt "AMPHIKULT" gestartet (16.09.2009)
Internationaler Tag des Artenschutzes am 3. März: Neues vom Projekt AMPHIKULT
Markus Richter ist ProjektmanagerHilfe für Amphibien in der Kulturlandschaft
Hannover, 02.03.2010 - Unter dem Motto "300 Teiche für Niedersachsen" sollen in den nächsten fünf Jahren in 15 Projektgebieten Laichgewässer für den Schutz von seltenen, gefährdeten Amphibien, wie Laub- und Moorfrosch, Kreuz- und Knoblauchkröte sowie für den Kleinen Wasserfrosch saniert oder neu angelegt werden. Finanziert wird das Projekt LIFE-AMPHIKULT von der Europäischen Union, dem Niedersächsischen Umweltministerium, den Landkreisen Diepholz, Schaumburg und Vechta sowie der Region Hannover.
LIFE ist ein Förderprogramm der EU für den Umweltbereich im Rahmen der LIFE+NATURE-Förderkulisse. AMPHIKULT steht für "Vernetzung und Management von AMPHIbien in der KULTurlandschaft".
"Artenschutz und der Erhalt der Biologischen Vielfalt ist nicht nur am Tag des Artenschutzes im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt in aller Munde", erklärte Projektmanager Dr. Markus Richter. "Entscheidend ist gerade, konkrete Maßnahmen für die gefährdeten Arten zu ergreifen. Nur über die Sicherung und Wiederherstellung ihrer Lebensräume lässt sich der Rückgang der Arten aufhalten. Die von der Europäischen Union besonders geschützten Arten weisen nämlich einen besonders schlechten Erhaltungszustand auf."
Markus Richter ist promovierter Chemiker und Diplom-Ökologe der Fachrichtung Naturschutz. Er arbeitete 15 Jahre beim Naturschutzring Dümmer, dem Zusammenschluss der an Niedersachsens zweitgrößtem See tätigen Naturschutzvereine. Schwerpunkt in den ersten Jahren am Dümmer waren die Umweltbildung und die Öffentlichkeitsarbeit. Zahllose Gruppen, Schulklassen ebenso wie Betriebsausflüge oder Fachleute konnten unter seiner Führung die faszinierende Natur dort kennen lernen. In den späteren Jahren verschob sich sein Arbeitsschwerpunkt mehr zur Projektarbeit. Zuletzt leitete er ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU gefördertes Projekt zum Vogelschutz auf Torfabbauflächen. Seit einigen Jahren war Richter auch mit der Umsetzung eines Schutzprojektes für den Laubfrosch in der Dümmerniederung befasst. Mit der Sanierung oder Neuanlage von Amphibiengewässern, die den Schwerpunkt im LIFE-AMPHIKULT-Projekt des NABU Niedersachsen bilden werden, ist er somit bestens vertraut. ...
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- Ein König sucht sein Reich
- Ein König in seinem Reich - Alle niedersächsischen Amphibienarten im Portrait.
Hilfe für unsere Frösche - Laichgewässer werden angelegt
300 Teiche für NiedersachsenLIFE-Projekt "AMPHIKULT" gestartet
Knoblauchkröte im Laichgewässer
Hannover, 16.09.2009 - Der NABU Niedersachsen startete heute das von der EU geförderte LIFE-Projekt "AMPHIKULT - 300 Teiche für Niedersachsen". Gemeinsam mit mehreren Partnern wird sich der NABU für den Schutz von seltenen und bestandsbedrohten Amphibien engagieren, deren Lebensräume erhalten, verbessern und weiterentwickeln.
"Mit AMPHIKULT wird die Vernetzung und das Management von Amphibien in der Kulturlandschaft Niedersachsens umgesetzt", erklärte Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender. Insgesamt seien rund 300 Kleingewässer vorgesehen. Die von der Europäischen Union besonders geschützten Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie weisen einen besonders schlechten Erhaltungszustand auf, weshalb der Fokus der Artenhilfsmaßnahmen bei diesen Arten liegt.
Nach zweijähriger Antragsphase mit vielen ehrenamtlichen Stunden und einigen Rückschlägen kann sich der NABU Niedersachsen nun gemeinsam mit mehreren Partnern für den Schutz von seltenen Amphibien, wie Laub- und Moorfrosch, Kreuz- und Knoblauchkröte sowie für den Kleinen Wasserfrosch engagieren, deren Lebensräume verbessern und weiterentwickeln. Die Laufzeit des LIFE-Projektes beträgt fünf Jahre. Neben ehrenamtlichen Amphibienschützern, verschiedenen Kommunen unterstützt auch das Land Niedersachsen das LIFE Projekt Amphikult finanziell mit einer namhaften Summe in Höhe von 500.000 Euro.
Laichendes Laubfroschpaar
Dr. Holger Buschmann betonte: "Schon länger setzen wir mit unseren regionalen Partnern innerhalb unseres NABU-Projektes "Ein König sucht sein Reich" Maßnahmen für diese und weitere Arten mit Erfolg um. Jetzt bekommt das Ganze aber eine ganz neue Dimension, erstrecken sich doch die 15 Projektgebiete von den nördlichen Ausläufern des Weserberglandes im Landkreis Schaumburg bis in die Goldenstedter Heide und ins Artland in den Landkreises Vechta und Osnabrück. Mit dem Steinhuder Meer und dem Dümmer sind die beiden größten niedersächsischen Binnenseen in die Gebietskulisse integriert. Ganze sechs Untere Naturschutzbehörden und 11 regionale Naturschutzverbände, wie beispielsweise der Naturschutzring Dümmer inklusive mehrerer NABU-Gruppen sowie zwei Stiftungen sind in das Projekt involviert. Weitere sollen eingebunden werden."
Laichendes Kreuzkrötenpaar
Neben der Anlage von Amphibiengewässern würden Landlebensräume aufgewertet, so zum Beispiel Heckenanlagen für den Laubfrosch und Rohbodenschaffung für die Kreuzkröte und anschließend durch eine extensive Beweidung gepflegt.
Dr. Holger Buschmann dankte heute den beim Pressetermin anwesenden Vertretern der Landkreise Nienburg, Schaumburg und der Region Hannover für ihre unbürokratische Unterstützung, die hervorragende Zusammenarbeit bei der Antragstellung und die Bereitschaft, sich finanziell an den Maßnahmen zu beteiligen sowie Flächen zur Verfügung zu stellen. "Gemeinsam werden wir nun 165 Teiche allein in den sieben Projektgebieten der beiden Landkreise und der Region Hannover mit Amphikult entstehen lassen. Dazu gehören solche für den Amphibienschutz herausragenden Gebiete wie der Schaumburger Wald, die Steinhuder Meer-Niederung und die Ströhener Masch", betonte der NABU-Landesvorsitzende.
Geburtshelferkröte mit Laich
Der wissenschaftliche Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM), Thomas Brandt, der ebenfalls in das Projekt involviert ist, machte den Anwesenden in den Meerbruchswiesen des Steinhuder Meeres exemplarisch deutlich, wie solche Gewässer angelegt werden sollen und welche Erfolge zu erwarten seien. "Gerade die Steinhuder Meer-Niederung und angrenzende Gebiete beinhalten fast alle in Niedersachsen heimischen Amphibienarten. Von hier aus können sich die Arten in das Umland ausbreiten und so wieder Gebiete besiedeln, die mittlerweile verwaist sind", teilte Thomas Brandt mit.
Dr. Holger Buschmann überreichte in diesem Zusammenhang dem anwesenden Staatssekretär des Umweltministeriums, Dr. Stefan Birkner, als Dank für die fachliche Unterstützung und den großen finanziellen Beitrag des Ministeriums das von ihm und den Koautoren Thomas Brandt und Bruno Scheel geschriebene Buch "Amphibien und Reptilien im Schaumburger Land und am Steinhuder Meer", das nach Dr. Buschmann eine wesentliche Grundlage für die Entstehung des LIFE-Projektes darstellte.
Wichtig ist die Kooperation mit Eigen- tümern und Landwirten
Dr. Stefan Birkner freute sich nicht nur über das Geschenk sondern besonders darüber, dass es gelungen sei, wieder ein großes LIFE-Projekt nach Niedersachsen zu holen: "LIFE-Projekte sind nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung unserer Natur, sondern auch eine Förderung der regionalen Wirtschaft. Werden doch die Maßnahmen dieser Projekte fast ausnahmslos von regionalen Anbietern durchgeführt. Nicht nur deshalb hat das Umweltministerium den Antrag von Beginn an unterstützt und den NABU dazu ermuntert, sich nicht von den umfangreichen Antragsformalismen beeindrucken zu lassen."
Dr. Stefan Birkner betonte, das ganz besondere an diesem LIFE-Projekt sei, dass es erstmals möglich gemacht wurde, nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Gebietskulisse von NATURA 2000, das sind die EU-Schutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH) und Vogelschutzrichtlinie, für diese Arten etwas zu tun. Die Europäische Kommission habe es sich mit der Bewilligung sicher nicht leicht gemacht. Der NABU Niedersachsen habe damit auf jeden Fall Maßstäbe für andere Antragsteller aus ganz Europa geschaffen. Darauf könnten wir Niedersachsen sehr stolz sein.
Kl. Wasserfrosch: Klammerpaar
"Die Amphibien und neben ihnen natürlich eine Vielzahl weiterer seltener Tier- und Pflanzenarten, die die gleichen Lebensräume besiedeln, werden von dem Projekt in jedem Falle profitieren", waren sich alle Anwesenden einig und freuten sich auf die weitere Zusammenarbeit bei Amphikult.
Ansprechpartner
Dr. Markus Richter
NABU Niedersachsen
Alleestraße
3 Hannover
Tel: 0 54 43 / 9 98 20 64
E-Mail: markus.richter(at)nabu-niedersachsen.de









