Achtung! Amphibienwanderung © U. Manzke
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Projekte | Amphienwanderungen über Straßen

Beiträge zur Amphibienwanderung

Hier finden Sie Beiträge und weiterführende Links zur Frühjahrswanderung und Balz der Amphibien.

Beiträge:
  • Amphibienwanderung und Balz haben begonnen Kälteeinbrüche und Trockenheit unterbrechen die Wanderungen immer wieder (28.03.2011)
  • Amphibienwanderung und Balz in vollem Gange Ostereier der besonderen Art: Froschlaich (29.03.2010)
  • Die Amphibienwanderung hat begonnen, aber auch abseits der Straßen finden sich oft tote Frösche und Kröten Unterschiedliche Ursachen: Grasfroschsterben während der Überwinterung, tödliche Verletzungen durch Autos und Beutegreifer (19.03.2010)
  • Die Amphibienwanderung steht kurz bevor - NABU betreut wieder viele Wanderstrecken Autofahrer halten die Geschwindigkeitsbegrenzungen oftmals nicht ein und gefährden die ehrenamtlichen Helfer! (15.03.2010)

 


 

Amphibienwanderung und Balz haben begonnen

Kälteeinbrüche und Trockenheit unterbrechen die Wanderungen immer wieder

Von Uwe Manzke

 

Erdkröte auf Wanderschaft © W. Könecke

Autofahrer aufgepasst: seit Mitte März wandern die Amphibien in Niedersachsen wieder zu ihren Laichgewässern.

Hannover, 28.03.2011 -  Die ersten Wanderbewegungen der Amphibien zu ihren Laichplätzen wurden in Niedersachsen ab Mitte März gemacht. Wie jedes Jahr konnten bereits zuvor vereinzelt Tiere auf der Wanderschaft beobachtet werden, vor allem der Teich- und der Bergmolch gehören zu diesen frühen Wanderern. Die diesjährigen Amphibienwanderungen werden immr wieder durch die nächtlichen Frosteinbrüche und die andauernde Trockenheit unterbrochen.

Nichtsdestotrotz haben die ersten Grasfrösche und vereinzelt auch Moorfrösche bereits abgelaicht. Die Erdkröten lassen sich noch etwas Zeit damit.

Ab Donnerstag ist aufgrund der angekündigten Regenfälle mit verstärkten Wanderungen und anschließenden Laichaktivitäten zu rechnen.

Nutzen Sie doch das Wochenende und helfen Sie an einem der vielen aufgestellten Amphibienzäune in Niedersachsen und/oder achten Sie bei Ihren Wochenendausflügen auf die balzenden Amphibien an leicht zugänglichen Gewässern entlang von Wegen.

Sollten Sie keine Zeit finden, den Fröschen zu lauschen, schauen Sie sich einige der auf unseren Internetseiten vorgestellten Filmsequenzen an:

  • zu den Filmbeiträgen.

Mehr:

    Schutzzaundatenbank des BFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik unter www.amphibienschutz.de.

 

Ostereier der besonderen Art: Froschlaich

Amphibienwanderung und Balz in vollem Gange

Grasfrösche knurren wieder, blaue Moorfrösche blubbern im Sumpf und die ersten Laubfrösche wurden gehört

 

Laichballen des Moorfrosches © U. Manzke

Gras- und Moorfrösche legen die typischen Laichballen der Braunfrösche, hier: Moorfroschlaich

Blaugefärbtes Moorfroschmännchen © U. Manzke

Nur zur Balz blau, die Moorfroschmännchen in Niedersachsen

Hannover, 29.03.2010 -  Nachdem vor knapp zwei Wochen die Amphibienwanderung in Niedersachsen eingesetzt hat, hat nun die Balz und das Ablaichen begonnen. Die Balz der frühlaichenden Amphibien, zu denen die Erdkröte und alle Braunfrösche - das sind der Grasfrosch, der Moorfrosch und der Springfrosch - gehören, ist in vollem Gange. Aufgrund der sehr warmen Temperaturen wurden ausnahmsweise auch bereits die ersten Laubfrösche im Projektgebiet der ÖSSM am Steinhuder Meer gehört.

Unternehmen Sie doch mal wieder einen Ausflug ins Freie. Gönnen Sie sich und Ihren Kindern die Suche nach "Ostereiern der besonderen Art". Mit etwas Glück können Sie dann auch Erdkröten und Braunfrösche bei der Balz und dem Ablaichen beobachten. Schauen Sie auch ins Wasser und entdecken Sie die hochritualisierte Balz der Molche.
Bitte beachten Sie dabei, dass alle Amphibien geschützt sind. Anschauen "Ja", fangen und mitnehmen "Nein"!

 

Mehr:

  • Die Amphibien Niedersachsens - Alle Arten werden vorgestellt (Froschlurche mit Stimmen, zum Teil mit Filmbeiträgen)
  • Die Amphibienwanderung hat begonnen, aber auch abseits der Straßen finden sich oft tote Frösche und Kröten
  • "Ein König sucht sein Reich" Unser Artenhilfs- und Kleingewässer-Schutzprojekt
  • Das Laubfrosch-Wiederansiedlungsprojekt der ÖSSM am Steinhuder Meer

 

Die Amphibienwanderung hat begonnen, aber auch abseits der Straßen finden sich oft tote Frösche und Kröten

Unterschiedliche Ursachen: Grasfroschsterben während der Überwinterung, tödliche Verletzungen durch Autos und Beutegreifer

Von Uwe Manzke

Nach strengen Wintern oft zu beobachten: Gruppen toter Grasfrösche in Gräben, Gartenteichen und anderen Gewässern © Uwe Manzke

Nach strengen Wintern oft zu beobachten: Gruppen toter Grasfrösche in Gräben, Gartenteichen und anderen Gewässern

 

Hannover, 19.03.2010 -  Dieses Frühjahr können in vielen Gewässern tote Grasfrösche und zum Teil auch der Wasserfroschhybrid, der Teichfrosch Pelophylax (Rana) kl. esculentus, aufgefunden werden. Die Ursache ist sehr wahrscheinlich Sauerstoffmangel durch hohe Faulschlamm- und Falllaubablagerungen mit einhergehender, langanhaltender Vereisung der Gewässer. Insbesondere nach langhanhaltenden Frostperioden können in vielen Gewässern daher tote Grasfrösche gefunden werden, häufig in Gartenteichen.

Die Mehrzahl der subadulten und ausgewachsenen Grasfrösche überwintert im Wasser. Die meisten anderen Froschlurche überwintern an Land, aber auch Teich- und Seefrösche können in Gewässern überwintern. Da die Amphibien neben der Lungenatmung auch Mundhöhlen- und Hautatmung betreiben, können sie unter Wasser - bei ohnehin verminderter Aktivität - ausreichend Sauerstoff aufnehmen. Typisch für im Wasser überwinternde Grasfrösche ist, dass sie sich in Gruppen zusammenfinden. Beispielsweise überwintern Grasfrösche oft gemeinsam in Wurzelhöhlungen entlang der Ufer von langsam fließenden Bächen und Gräben, weshalb häufig ganze Gruppen toter Grasfrösche bemerkt werden.

Laichendes Grasfroschpaar © U. Manzke

Laichendes Grasfroschpaar

Der Grasfrosch gehört, trotz der massiven Bestandsrückgänge, immer noch zu den häufigeren Amphibienarten mit einem relativ weiten Lebensraumspektrum. Daher ist der Grasfrosch, neben Molchen, häufig in und an Gartenteichen anzutreffen und überwintert hier auch. Gerade Gartenteiche - vor allem Folienteiche und gemauerte Bassins - sind meistens als naturfern zu bezeichnen. Hier stimmen die "Naturkreisläufe" oft nicht und/oder sind gestört, beispielsweise durch starke Falllaubeinträge, fehlende Stoffausträge und einhergehende Faulschlammbildung. Abgestorbene Wasser- und Sumpfpflanzenreste ergänzen dieses "Substrat". Hinweise für eine starke Eutrophierung der Gewässer sind dichte Algenwatten sowie geschlossene Wasserlinsendecken (Lemna minor), früher häufig an Viehtränken zu sehen.

Diese im Laufe der Jahre oft mächtig werdende Saprobelschicht führt zu einer Eutrophierung bis hin zu einer Hypertrophierung der betroffenen Gewässer. In der Folge "kippen die Gewässer um", meistens in sehr heißen Sommern. Aber auch nach besonders strengen und langanhaltenden Wintern mit Dauerfrost ist die Sauerstoffzehrung in den Gewässern sehr hoch, so dass viele im Wasser überwinternde Organismen, wie zum Beispiel der Grasfrosch, ersticken.

Hier hilft es auch nicht, tiefere Gewässer anzulegen. Im Gegenteil, der LFA empfiehlt die Anlage von flacheren Gewässern, hier sind die Stoffkreisläufe eher zu handhaben und übermäßige Faulschlammbildung wird früher bemerkt, auch ist die notwendige Pflege einfacher.

gehäutete und aufgefressene Erdkröte © R. Stankewitz

Gehäutete und aufgefressene Erdkröte

Neben der Beobachtung toter Grasfrösche in den Gewässern werden gerade jetzt im Frühjahr noch andere tote Amphibien vor allem die Erdkröte in und an Gewässern gefunden. Oft handelt es sich dabei um Tiere, die im Zusammenhang der Querung von Straßen tödlich verletzt wurden oder um Tiere, die von Beutegreifern, etwa Kleinsäugern und Vögeln an- beziehungsweise aufgefressen wurden.

 

Mehr zu diesem Thema - besonders empfehlen möchten wir das "Merkblatt" unserer schweizer Kollegen, der KARCH:

  •  "Froschsterben im Gartenteich" auf den Internetseiten unserer Kollegen in der Schweiz: KARCH (Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz), dort ist ein PDF zu diesem Thema abrufbar, Froschsterben im Gartenweiher
  •  Im Zusammenhang des Straßenverkehrs getötete Erdkröten: Foto - Dokumentation NABU Regionalverband Hannover (19.03.07)
  •  Vandalismus oder Beutegreifer ? - Jedes Jahr aufs Neue gibt es Meldungen von getöteten und verstümmelten Erdkröten und Fröschen NABU Regionalverband Hannover (14.03.07)
  •  Informationen und Hinweise zur Abwehr von Beutegreifern an Amphibienleiteinrichtungen ("Krötenzäunen") unter www.amphibienschutz.de NABU Bundesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik und Ökowerk Berlin (30.10.09)
  •  Laubfroschlebensräume in Niedersachsen - Wasser-"Güte" Projektseiten "Ein König sucht sein Reich" des NABU Regionalverbandes Hannover
  • Artenportrait: Grasfrosch - mit Filmbeiträgen

 

Helfer und Interessierte willkommen

Die Amphibienwanderung steht kurz bevor -
NABU betreut wieder viele Wanderstrecken

Autofahrer halten die Geschwindigkeitsbegrenzungen oftmals nicht ein und gefährden die ehrenamtlichen Helfer!

Von Uwe Manzke

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1) Vorsicht ! Amphibienwanderung

Hannover, 15.03.2010 -  Seit vielen Jahren betreuen und bemühen sich die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des NABU in allen Teilen Niedersachsens um Amphibienwanderstrecken über Straßen. Die Maßnahmen reichen vom Absammeln und über die Straße tragen, den Zaunaufbau und Betreuung bis hin zur Begleitung von zeitweiligen nächtlichen Sperrungen bestimmter Straßenabschnitte.

Oft finden bereits Anfang/Mitte Februar erste Wanderbewegungen durch die Amphibien statt. Diese ersten Wanderbewegungen sind jedoch zumeist nur von kurzer Dauer und hören infolge erneut einsetzender kalter Witterung wieder auf, so auch in diesem Jahr. Nun ist allerdings bei steigenden Temperaturen und nächtlichem Regen mit den Wanderungen zu rechnen.

Die einzelnen NABU Gruppen haben im Laufe der Jahre unterschiedlichste Erfahrungen bei der Betreuung der Wanderstrecken gesammelt. Besonders wichtig ist hierbei die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den zuständigen Kommunen und Behörden. Mittlerweile ist hierbei eine erfreulich gute und fruchtbare Zusammenarbeit gewachsen. Dennoch lassen sich an einigen Wanderstrecken immer noch Defizite und aufgrund der langjährigen Erfahrungen der ehrenamtlichen Helfer Nachbesserungen und Wünsche formulieren. Diese beinhalten zum Einen den Amphibienschutz und zum Anderen den Schutz der oftmals in der Dunkelheit tätigen Helfer durch z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen für KFZ während der Abend- und Nachtstunden.

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2) einleitend:
Geschwindigkeitsbegrenzung 50 km/h
+ Gefahrenstelle
+ Krötenwanderung
+ zeitliche Beschränkung

Fast alle betreuten Wanderstrecken sind mit Verkehrsschildern entsprechend der StVO versehen. An einigen Stellen fehlen diese Schilder aber leider zum Teil oder Ganz. Der NABU fordert daher eine sinnvolle und vollständige Beschilderung an allen betreuten Wanderstrecken. Diese Beschilderung sollte aus mindestens vier sich ergänzenden Schildern bestehen und erst ab dem tatsächlichen Einsetzen der Wanderungen, bis zum Ende der "Hinwanderung" (v.a. Erdkröte) an den Wanderstrecken aufgestellt, beziehungsweise Abdeckhauben entfernt werden. Der zeitnahe Aufbau verhindert "Gewöhnungseffekte" seitens der Verkehrsteilnehmer.

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3) innerhalb der betreuten Strecken: Geschwindigkeitsbegrenzung 30 km/h
+ Überholverbot
+ zeitliche Beschränkung

Die Beschilderung sollte je nach Länge der betreuten Strecke, nicht nur am Anfang und Ende des jeweiligen Straßenabschnittes, sondern auch dazwischen, als Erinnerungshilfe, erfolgen.

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3b) bei Bedarf Geschwindigkeitsbegrenzung 10 km/h
+ weitere Zusatzzeichen

Die Schilder sind (vgl. Merkblatt für Amphibienschutzmaßnahmen an Straßen MAmS 2000, S. 23):

  • Zeichen 101 "Gefahrenstelle"
  • Zusatzzeichen 1006-37 "Krötenwanderung"
  • Geschwindigkeitsbegrenzung Tempo 30
  • zeitliche Beschränkung zwischen 18:00 h und 06:00 h
  • darüber hinaus ist auch ein Überholverbotsschild für den betroffenen Streckenabschnitt aufzustellen, dieses Überholverbot dient dem Schutz der ehrenamtlich tätigen Helfer
  • sofern vorhanden, sollten weiterhin die "grünen Schilder Amphibienwanderung" (vor ca. 20 Jahren von der Fachbehörde für Naturschutz im NLWKN entwickelt) aufgestellt werden.

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4) abschließend: Aufhebung der Beschränkungen nach der betreuten Wanderstrecke

Wichtig erscheint aus unserer Sicht in einigen Fällen die zusätzliche Aufstellung von Warnbaken mit Beleuchtung (Blinklichter). Die langjährigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen kaum beachtet werden. Hierdurch werden vor allem die ehrenamtlichen Helfer einer unnötigen Gefährdung ausgesetzt. Mit Aufstellung der Baken, die stellenweise auch während des Einsatzes der Helfer ein Stück auf die Fahrbahn gezogen werden können (Verengung der Fahrbahn), wird zumindest die Geschwindigkeit gedrosselt. Auch können die Warnblinklichter durch die Helfer ein- bzw. am folgenden Morgen ausgeschaltet werden. Nach Abschluss des jeweiligen Einsatzes sind die Baken wieder auf das Straßenbankett zu ziehen.

Diese Beschilderung erfolgt auf Anordnung der zuständigen Verkehrsbehörde (muß entsprechend angeordnet werden, rechtliche Absicherung, vor allem im Zusammenhang der Baken). Am Ende der jeweiligen Wanderstrecke sind diese verkehrsrechtlichen Beschränkungen wieder durch entsprechende Schilder aufzuheben.

Leider gibt es immer wieder uneinsichtige Autofahrer, die durch ihr Verhalten die ehrenamtlich Tätigen gefährden. In einigen Fällen sind sogar Bedrohungen von ehrenamtlichen Helfern und begleitenden Kindern sowie direktes Überfahren von Sammeleimern dokumentiert. Wegen dieser Negativbeispiele wünscht sich der NABU daher eine verstärkte Zusammenarbeit auch mit der Verkehrspolizei in Form verstärkter und zeitweiliger Präsenz und Überprüfung bestimmter Wanderstrecken.

 

Mehr:

    auf den Seiten des BFA Feldherpetologie und Ichthyofaunistik - "Amphibien- und Reptilienschutz aktuell"
    Bundesweite Schutzzaundatenbank des NABU: "Krötenzäune in Deutschland", geordnet nach Bundesländern und Kreisen - zur Zeit über 530 Einträge - tragen Sie die von Ihnen betreuten Strecken ein
    Den Fröschen und Kröten auf der Spur - Infos zu den Laichwanderungen im Frühjahr 2010 auf den Seiten des NABU Bundesverbandes
    auf den Seiten des Landesverbandes - Infos zu den Amphibienwanderungen auf den Seiten des NABU Landesverbandes.

 

Linkliste

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