Tiergruppen Süßwasserkrebse Groß-Branchiopoden | Tanymastix stagnalis
Feenkrebs
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Tanymastix stagnalis |
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T. stagnalis: Männchen, "Kieferzangen" ( = 2. Antennenpaar)
T. stagnalis: Weibchen, "Kieferzangen" ( = 2. Antennenpaar)
T. stagnalis: Weibchen
T. stagnalis: Eier
Verbreitung in Niedersachsen
Der Feenkrebs Tanymastix stagnalis wurde nur an wenigen Fundorten in Niedersachsen nachgewiesen. Drei Funde gelangen in, beziehungsweise an Auwaldbereichen entlang der Elbe. Es sind nur vier Nachweise dokumentiert, wobei der vierte Nachweis aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert bei Braunschweig (Timmerlaher Busch) stammt und als Fund des Sommer-Feenkrebses Branchipus schaefferi beschrieben worden sein soll.
Lebensraum
Alle drei rezenten Funde von T. stagnalis in Niedersachsen gelangen in Druckwassertümpeln (Qualmwasser) im Einzugsbereich der Elbe. Zwei der Nachweise gelangen sogar auf "Ackerflächen", der dritte Fund wurde in einem erlenumstandenen "Restloch" gemacht. Für den historischen Fund bei Braunschweig können keine detaillierten Angaben gemacht werden.
Damit entspricht der Lebensraum (großräumig betrachtet) den Lebensräumen von Eubranchipus grubii und Lepidurus apus.
Biologie und Ökologie
T. stagnalis kann nicht eindeutig als Sommer- oder Frühjahrsform bezeichnet werden. Auf jeden Fall soll die Art etwas wärmetoleranter sein, als die verwandte Art Eubranchipus grubii. In Niedersachsen wurde T. stagnalis sowohl im Mai, als auch im August nachgewiesen.
T. stagnalis produziert, wie alle anderen beschriebenen Branchiopoden, Überdauerungsstadien in Form der Zysten. Nach Überschwemmungs- und Überflutungsereignissen schlüpfen dann die Nauplien. Die Tiere können innerhalb von nur 10-14 Tagen geschlechtsreif werden.
Gefährdung und Artenschutz
Der Feenkrebs Tanymastix stagnalis ist, wie auch alle anderen Arten der Urzeitkrebse, durch die Lebensraumveränderungen, wie Absenkung des Grundwasserspiegels, Verfüllung/Drainierung von Senken und Feuchtwiesen, Vertiefung temporärer Senken in dauerhaft wasserführende Gewässer, Ausbau von Flüssen (hier auch die nach wie vor diskutierte Elbevertiefung) und die Umwandlung von Grünländern in Ackerland, besonders in den Flussauen stark gefährdet.
Möglicherweise ist T. stagnalis hinsichtlich der Veränderung seines Lebensraums, hier Umwandlung von Grünland in Ackerland, toleranter als E. grubii, wurde die Art doch in Niedersachsen, aber auch in anderen Teilen Deutschlands, auf Ackerflächen gefunden. Zu beachten ist, dass Acker nicht gleich Acker ist, eventuell spielt die Art der angebauten Frucht und die Bewirtschaftung eine wichtige Rolle (z.B. Hackfrüchte im Gegensatz zu Getreide).
Hinweise zu möglichen Vorkommen von Tanymastix stagnalis kann die geringe Körpergröße von geschlechtsreifen, "vermeintlichen" Eubranchipus grubii geben. Bei dem Auffinden von diesen "kleinwüchsigen" Exemplaren sollten zwecks genauer Nachbestimmung immer einige Tiere mitgenommen und konserviert werden. Auch das Auffinden "vermeintlicher" E. grubii im Sommer ist als Anhaltspunkt für ein mögliches Vorkommen von T. stagnalis zu werten. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen ist für die Entnahme und Konservierung von T. stagnalis eine Ausnahmegenehmigung (z.B. im Rahmen der Mitarbeit beim niedersächsischen Tierartenerfassungsprogramm der Fachbehörde Naturschutz im NLWKN) notwendig.
Schuppenschwanz - Lepidurus apus
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Groß-Branchiopoden,
"Urzeitkrebse"
- Einleitung
- Artemia spec.
- Branchipus schaefferi
- Eubranchipus grubii
- Tanymastix stagnalis
- Lepidurus apus
- Triops cancriformis
- Limnadia lenticularis








