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Tiergruppen Süßwasserkrebse Groß-Branchiopoden | Lepidurus apus

Schuppenschwanz
Lepidurus apus

Von Uwe Manzke

   

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Lepidurus apus

Status
RL Niedersachsen keine RL vorhanden
RL Deutschland (1994) 2
FFH-Anhang -
BNatSchG -
BArtSchV bis 2004 streng geschützte Art, mittlerweile nicht mehr


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Lepidurus apus

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Lepidurus apus

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Lepidurus apus: durchscheinende Eier

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Lepidurus apus: Schwanzschuppe

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Lepidurus apus: Unterseite, gut zu sehen ist die "Schwanzschuppe"

Verbreitung in Niedersachsen

Der Schuppenschwanz (oder auch Kieferfuß) Lepidurus apus wurde in Niedersachsen vor allem in den Einzugsgebieten der Elbe (von der Landesgrenze im Wendland bis nach Hamburg) und der Leine (bei Hannover bis zur Mündung in die Aller bei Schwarmstedt) und entlang der Aller im Mündungsbereich der Leine bis nach Rethem nachgewiesen. Bereits aus dem 19. Jahrhundert gibt es Funde von L. apus an der Weser bei Bremen. Darüberhinaus gibt es noch einige Nachweise aus dem Braunschweiger Raum.

Lebensraum

Der Schuppenschwanz ist eine Frühjahrsform und bewohnt zumeist temporäre und fischfreie Kleingewässer, Flutmulden, Überschwemmungstümpel, binnendeichs gelegene Druckwassertümpel (Qualmwasser) in den Flussauen - besonders entlang der Elbe, Auwaldtümpel sowie staunasse Senken und Gräben. In vielen der "Schuppenschwanz-Gewässer" an der Elbe pflanzen sich auch der Laubfrosch, die Rotbauchunke und andere Amphibienarten fort. Oft sind in den Gewässern des Schupenschwanzes L. apus der Frühjahrs-Feenkrebs Eubranchipus grubii und stellenweise auch der Feenkrebs Tanymastix stagnalis zu finden. Im Gegensatz zu E. grubii scheint die Art besonnte Gewässer zu bevorzugen, in schattigen Tümpeln gelingen kaum Nachweise.

Biologie und Ökologie

Der Schuppenschwanz ist eine Frühjahrsform und schlüpft zum Teil bereits Ende Februar aus den Zysten ("Dauereiern"). Die Mehrzahl der Funde von L. apus gelingen allerdings im März oder sogar erst im April. Je nach Wasserstand, vor allem in den Überflutungsauen der Flüsse, kann sich der Schlupfzeitpunkt bis in den Mai erstrecken.

Diese Urzeitkrebse schlüpfen nicht in jedem Jahr und können daher bei einer einmaligen Untersuchung leicht übersehen werden. Aus den Dauereiern, die sehr trocken- und kälteresistent sind, können auch erst nach vielen Jahren Larven schlüpfen. Dies ist eine sehr gute Anpassung an die ephemeren (temporär wasserführenden) Lebensräume dieser Krebsart. Die Nauplien wachsen sehr schnell heran und können bereits nach ca. zwei Wochen die Geschlechtsreife erreichen. Der Schuppenschwanz pflanzt sich überwiegend parthenogenetisch ("Jungfernzeugung") fort. Das bedeutet, daß sich die Tiere ohne Männchen fortpflanzen. Es gibt aber auch Funde von Männchen. Oft wird bei dieser Art nicht gezielt zwischen Männchen und Weibchen unterschieden. Die Eier entwickeln sich in den Eisäcken am Hinterleib der Weibchen und überdauern am Gewässergrund im Substrat.

Gefährdung und Artenschutz

Der Schuppenschwanz ist, wie auch alle anderen Arten der Urzeitkrebse, durch die Lebensraumveränderungen, wie Absenkung des Grundwasserspiegels, Verfüllung/Drainierung von Senken und Feuchtwiesen, Vertiefung temporärer Senken in dauerhaft wasserführende Gewässer, Ausbau von Flüssen (hier auch die nach wie vor diskutierte Elbevertiefung) und die Umwandlung von Grünländern in Ackerland, besonders in den Flussauen stark gefährdet.

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Linkliste

  • Erfassung der Groß-Branchiopoden

 

Veröffentlichungen von Mitgliedern des LFA zum/über den Schuppenschwanz L. apus (in chronologisch umgekehrter Reihenfolge)


  • MANZKE, U. & M. DANKELMANN (2009): Branchiopoden im Amt Neuhaus, Niedersachsen: Funde des Kiemenfußes Eubranchipus grubii (DYBOWSKI, 1860) und des Schuppenschwanzes Lepidurus apus (LINNE, 1758) in der Unteren Mittelelbeniederung. - RANA 10: 49-63.

 

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